Kaninchen kastrieren – Was jeder über die Kastration wissen sollte

kaninchen kastrieren

 

Ist das „Kaninchen kastrieren“ sinnvoll? Darüber schreibe ich in diesem Artikel. Nach dem Lesen sollte es dir möglich sein, eine eigene Entscheidung zu fällen, ob für dich die Kastration in Frage kommt oder nicht.

Eisprung bei Häsinnen?

Anders als bei Frauen, haben Häsinnen keine „festen“ Tage der Empfängnisbereitschaft. Der Eisprung entsteht bei ihnen überwiegend durch äußere Reize. Das wäre zum Beispiel das „Aufhüpfen“ eines männlichen Kaninchens. Das bedeutet im Klartext, eine Häsin ist stark von ihren Trieben geleitet und vermehrt sich dementsprechend!

Das hitzige Häschen

Unter einem hitzigen Kaninchen versteht man, ein Kaninchen, dass seine Aufnahmebereitschaft gegenüber den Rammlern zeigt. Diese Hitzigkeit lässt sich an einer deutlich rot gefärbten und angeschwollenen Genitalien erkennen. Zudem sind sie sehr angespannt und unausgeglichen. Meistens auch offensiv und markieren ihre Umgebung mit Urinspritzer oder Ausscheidungen. Ein markantes Merkmal ist, das Klopfen der Hinterläufer mit angespannter Körperhaltung. Dies unterscheidet sich jedoch, je nach Gattung der Kaninchen.

Diese „Hitzigkeit“ dauert meistens ein paar Tage. Bei Kaninchen die in einer Wohnung leben, kann dies länger dauern, da keine natürlichen Temperaturschwankungen vorhanden sind.

Kaninchen kastrieren – Dinge die die Hitzigkeit fördern:

  • Rammler im Kaninchenstall
  • Der Frühling
  • wärmeres Klima
  • zu wenig Bewegung
  • üppige Nahrungsverhältnisse (Signal zum Fortpflanzen)
  • hoher Rangstatus

Kaninchen kastrieren – Ding die die Hitzigkeit mildern:

  • kaltes Klima
  • wenig Nahrung
  • eine Einzelhaltung
  • eine Gruppe bestehend aus Weibchen
  • rangniedrige Kaninchen

Das scheinträchtige Häschen

Bei einer Scheinträchtigkeit, ist der Sexualakt erfolglos geblieben. Es ist definitiv schwer zu erkennen, ob eine Scheinträchtigkeit oder eine normale Trächtigkeit vorliegt. Die Häsinnen bekommen dennoch einen „Milcheinschuss“. Es wird auch sehr viel Zeit mit einem Nest verbracht. Bestehend aus Heu, Stroh, Gräser und sogar eigener Bauchbehaarung. Das Verhalten ist nahezu identisch mit der Hitzigkeit. Sie ist aggressiv, unruhig, angespannt und verbreitet Spannungen im Kaninchenstall.

Ein Kaninchenhalter kann hier leider wenig entgegenwirken und muss 2-3 Wochen warten, bis es wieder abgeklungen ist.

Tipp: Auch wenn das Nest unnötig erscheint, niemals entfernen! Das kann zu mehr Stress und zu mehr „Haare ausreißen“ führen!

Eine Dauer „Hitze oder Scheinträchtigkeit“ können Krankheiten in der Gebärmutter fördern. Daher ist es an dieser Stelle sinnvoll, über das Kaninchen kastrieren nachzudenken.

Ich empfehle dir auch keine Hormontherapie. Diese ist laut Studien mehr Schlecht als Recht. Versuche lieber ein kälteres Klima herzustellen, kurzfristig zu isolieren oder „auf Diät“ zu setzen. Sollte es jedoch nicht nach 2-3 Wochen abklingen, bitte den Tierarzt kontaktieren.

Kaninchen kastrieren

Kaninchen werden meistens kastriert, um keine Nachkommen zu erhalten. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Ein verantwortungsvoller Kaninchenhalter, veräußert seine Kaninchen bereits kastriert. Ein Rammler kann sich nämlich schwer verletzten wenn er nicht kastriert ist. Ein Weibchen läuft weniger Gefahr, unnötige Beeinträchtigungen zu erleiden.

Das Video zeigt eine Kastraktion bei einem Rammler. Wer empflindlich ist, sollte sich das Video lieber nicht anschauen 🙂 Ich empfehle es jedoch jedem verantwortungsvollen Kaninchenhalter, es einmal gesehen zu haben.

Rammler kastrieren vor der Geschlechtsreife

Wird ein Rammler vor Geschlechtsreife kastriert, nennt man dies „Frühkastration“. In der Regel ist das zwischen der 11. und der 12. Woche. Eine Kastration bei einem Rammler ist weitaus weniger Aufwändig als bei einer Häsin. Deshalb werden diese auch dafür bevorzugt.

Wird die Frühkastration vollzogen, wird ein Rammler nie „reif“. Jedoch vertragen sich unkastrierte und kastrierte Rammler in einer Gruppe. Auch ist das Trennen um Nachkommen zu verhindern, nicht mehr nötig. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Rammler direkt nach einer Frühkastration, zurück in seine alte Gruppe kann. Wird ein Kaninchen später kastriert, so ist dieser noch 4 Wochen fortpflanzungsfähig und musst von der Gruppe getrennt werden.

Rammler kastrieren nach der Geschlechtsreife

Ein Rammler kann jederzeit nach der Geschlechtsreife kastriert werden. Er sollte jedoch gesund sein. Wenn der Rammler eine dominante Rolle einimmt, kann er diese Rolle nach der Kastrierung verlieren. Die entsprechenden Hormone gehen dadurch verloren und viele Rammler leiden darunter. Es kann quasi eine kurzfristige „Rammler-Depression“ entstehen. Eine Charakterveränderung sollte daher beim Kaninchen kastrieren bedacht werden.

Auf der anderen Seite, ist der Rammler in Sicherheit. Er ist vor Fressfeinden geschützt und wird weniger bis gar nicht krank. Die Alternative wäre eine Einzelhaltung. Da dies jedoch nicht artgerecht ist, spricht die Sachlage für das Kaninchen kastrieren.

Bitte bedenke, dass ein Rammler nach Kastraktion (nicht Frühkastraktion) noch Spermien im Samenleiter hat. Dieser muss deshalb dringend von den Weibchen getrennt werden. Wie lange es dauert, bis die Restspermien absterben ist nicht bekannt. Erfahrungsgemäß kann gesagt werden: Nach 4 Wochen ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass der Rammler noch zeugungsfähig ist. Wenn du sicher gehen willst, lasse ihn 5 Wochen in Quarantäne.

Wie genau funktioniert das Kaninchen kastrieren?

Eine Kastraktion ist eine Entfernung der Eierstöcke bei den Weibchen oder eine Entfernung der Hoden bei den Männchen. Beim Weibchen kann zusätzlich noch Gebärmutter entnommen werden. Es ist nicht zu verwechseln mit einer Sterilisation. Dort werden nur die Samen- oder Eileiter durchtrennt. Die Hormonproduktion funktioniert dennoch.

 kaninchen auslauf

Was spricht für und gegen eine Weibchen Kastraktion?

Wenn du „vieeel“ Platz hast für deine Kaninchengruppe, kannst du kastrierte Weibchen mit unkastrierten Männchen halten. Bei weniger Platz, empfehle ich dir beide zu kastrieren. Zumal eine weibliche Kastraktion auch vor Beeinträchtigungen schützen kann. Bei diesem Thema streiten sich die Geister. Ich möchte dir hierzu ein paar Vorteile und Nachteile aufzählen für das weibliche Kaninchen kastrieren.

Vorteile:

  • Wie schon erwähnt, neigen Kaninchen zu Gebärmuttererkrankungen wie der Krebs. Dies ist zudem keine Seltenheit. Um ihnen das potenzielle Leid zu ersparen, könnte dies für eine Kastration sprechen. Eine Vorsorgeuntersuchung kann auch ziemlich aufwändig sein.
  • Andere Kaninchen erfahren weniger Stress. Auch die Halter in einer Wohnung sind entspannter, da nicht überall Urinspritzer zu finden sind.
  • Kaninchen brauchen nicht zwingend ihre Gebärmutter. Diese wird zur Fortpflanzung benötigt. Der Sexualakt ist dennoch möglich.

Nachteile:

  • Wenn es keinen ersichtlichen Grund gibt zur Entfernung, begeht man eine Straftat. Im Tierschutzgesetz ist dies bei § 6 TschG nachzulesen. Somit reicht der Grund: „Für die Vorsorge“ nicht aus.
  • Eine Erkrankung muss nicht gleich mit der kompletten Entfernung des Organes einhergehen. Das Risiko mag hoch sein, dennoch muss es nicht ausbrechen, zumal es auch gutartige Tumore gibt.
  • Das Kaninchen erhält eine Narkose. Hierbei besteht immer die Gefahr zu sterben. Ist dieser Aufwand wirklich nötig?

Sicherlich mag es noch weitere Vor- und Nachteile geben. Ich denke aber die Genannten sprechen für sich und sollten zu einer Entscheidung führen.

Kaninchen kastrieren – Gefahren

Wie schon erwähnt kann ein Kaninchen während der Narkose sterben. Aber auch durch Fehlhandlungen in der Operation. Viele Kaninchen leiden nach der Kastration an Übergewicht oder können ihren Urin nicht mehr halten…

Fazit

Ich hoffe ich konnte dir mit dem Artikel:“ Kaninchen kastrieren – Was jeder über die Kastration wissen sollte“ weiterhelfen. Wenn du mir auch weiterhelfen möchtest, kann du diesen Artikel gerne teilen. Ich denke bei diesem Thema kann sicherlich eine hitzige Diskussion mit deinen Freunden oder sonst wo entstehen 🙂 Letzten Endes ist es deine Entscheidung, was du für richtig hältst. Solange deine Meinung nicht in Konflikt mit dem Tierschutzgesetz steht, kannst du frei entscheiden.

Beste Grüße

Nico